Die manuelle Therapie
Die Manuelle Therapie ist Patienten aber auch häufig verordnenden Ärzten weitgehend unbekannt. Sie beinhalltet im Wesentlichen die Wiedergabe und Verbesserung von Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule und der Extremitäten. Der Begriff “Manuell” begründet sich aus dem lateinischem Wort “Manus” = die Hand. In der praktischen Arbeit des Therapeuten bedeutet dies, dass dieser direkt am Patienten “Hand anlegt”, um die Bewegungseinschränkungen der Gelenke zu verbessern.
Bewegungseinschränkungen können unterschiedliche Ursachen haben. Um dies zu verdeutlichen sind 2 Beispiele beschrieben:
Fast jeder ist mit dem Fuß schon einmal (oder auch mehrmals) “umgeknickt”, zum Beispiel beim Sport. Häufig wird dieses Trauma mit einer Bandage oder Schiene versorgt und nach ein paar Wochen wird
die Schiene weggelegt und der Patient geht seinem gewohnten Lebensalltag wieder nach.
In vielen Fällen stellt der Patient nach Abnahme der Bandage oder Schiene fest, dass das normale Gehen oder Laufen noch Probleme bereitet. Die Probleme sind zum einen Schmerzen im Fußbereich oder
vielleicht sogar Schmerzen im Knie und zum anderen ist das Abrollen des Fußes beeinträchtigt.
Die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Fußes begründen sich in diesem Fall auf ein “Nicht bewegen” von kleinen Gelenken im Fuß durch das Umknicken. Der Therapeut versucht nun durch Techniken der Manuellen Therapie die Beweglichkeit der “kleinen Gelenke” des Fußes (man bedenke, dass der Fuß mehr als 20 “kleine Gelenke” besitzt) wiederherzustellen und somit das Abrollen des Fußes wieder zu ermöglichen.
Ein weiteres Beispiel:
Jetzt bezogen auf die Wirbelsäule, ist den meisten Menschen bekannt. Häufig hört der Therapeut von den Patienten: “ich habe mich vertreten” oder “ich habe ins Leere getreten”.
In diesem Fall ist das ungefederte Auftreten als starker Stoss oder Stauchung bis in die Becken- oder Lendenregion hinein zu spüren. Der absolut stechende Schmerz den der Patient im Rücken verspürt, hält meistens Tage bis 1-2 Wochen an, verliert während der Zeit an Intensität und wird häufig durch Schonung des Rückens und mit Wärme (Wärmflasche) gelindert. Während die Schmerzen nach geraumer Zeit verschwunden sind, bleibt häufig eine Bewegungseinschränkung der Gelenke im Bereich des Beckens oder der Lende zurück. Diese Bewegungseinschränkung muß nicht unbedingt Schmerzen verursachen, zeigt sich aber in vielen Fällen bei extremen Bewegungen, z.B. beim tiefen Bücken, in der Form, dass diese Bewegung nicht oder schlecht ausgeführt werden kann (“ich komme nicht mehr runter”).
Auch hier versucht nun der Therapeut durch Techniken der Manuellen Therapie die Beweglichkeit der Gelenke im Becken- und Lendenbereich zu verbessern.
Warum bewegt sich ein Gelenk nicht?
Um dies zu verdeutlichen muß; zunächst der Begriff Gelenk näher erläutert werden. Zu einem Gelenk gehören nicht nur zwei Knochen, die sich gegeneinander bewegen. (z.B. Knie: Oberschenkel und
Unterschenkel). Vielmehr gehören umliegende Strukturen wie z.B. Gelenkkapsel, Muskeln, Bänder, Nerven, Gefäße, Haut usw. auch zu der Funktionseinheit Gelenk.
Ursache eine Bewegungsminderung eines Gelenks kann somit sehr vielschichtig sein. Beispielsweise kann eine Bänderverletzung (siehe Beispiel 1 “Umknicken”) oder eine Muskelverkürzung Ursache für eine
Bewegungsminderung sein.
Der Therapeut muß dementsprechend seine Behandlung zur Mobilitation des Gelenkes auslegen, die auf die Störung in der Funktionseinheit Gelenk zielt.
Abschließend kann man sagen, dass die Manuelle Therapie einer gesonderten Zusatzausbildung in Manueller Therapie bedarf.