Das zentrale Nervensystem

Ähnlich wie bei der visceralen Osteopathie wird man sich fragen, wie und wodurch man in diesem Bereich Einfluß nehmen kann. Behandlungsbereiche der „CranioSacralen Osteopathie“ sind Krankheitsbilder wie chronische Kopfschmerzen oder Migräne (man bedenke hier, daß es über 100 verschiedene Kopfschmerz-Symptomatiken gibt), Sehstörungen, Hörprobleme oder Kieferprobleme usw.. Man muß hier genau unterscheiden zwischen einem strukturellen Problem z.B. Knochenfehlbildung und einem rein funktionellen Problem (dies gilt auch für die strukturelle und viscerale Osteopathie).


Grundlage und Voraussetzung der CranioSacralen Osteopathie ist, daß sich die einzelnen Schädelknochen gegeneinander bewegen oder besser verformen können. Dieses „Bewegen“ hat nur eine minimale Amplitude und ist nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, sondern nur zu erfühlen. Die Bewegung findet im Bereich des Schädels in und um die Schädelnähte (Suturen) statt. Entgegen vieler Meinungen verknöchern die Suturen erst sehr spät im hohen Alter oder auch gar nicht. Diese Beweglichkeit bietet einen Ansatz für die CranioSacrale Osteopathie.


Als Beispiel soll hier ein migräneartiger Kopfschmerz dienen. Nochmals sei erwähnt, daß weit über 100 verschiedene Kopfschmerzsymptomatiken mit unterschiedlicher Ursache bekannt sind.


Dieser migräneartige Kopfschmerz entsteht, wenn der venöse Abfluß des Gehirns behindert ist und es zu einem Rückstau ins Gehirn kommt. Dieser kann seine Ursache im Bereich zweier Schädelknochen haben. Zwischen dem Hinterhauptsbein und dem Schläfenbein ist genau im Verlauf seiner Schädelnaht ein Durchgang für die größte Vene (Vena jugularis) des Kopfes und dreier Hirnnerven. Kommt es zu einer Kompression dieser Schädelnaht (z.B. Schlag auf den Hinterkopf oder muskuläre Spannung durch Probleme der Halswirbelsäule), so kann der Durchgang verengt sein, so dass auch die Vene in ihrer Funktion beeinträchtigt ist. Es kommt zu einem venösen Rückstau ins Gehirn. Allein dieser Rückstau kann sich durch Augendruck und Lichtempfindlichkeit ausdrücken. Häufiger ist jedoch der „helmartige“ Kopfschmerz. Bei sehr starker Kompression werden auch die 3 Hirnnerven in dem Durchgang gereizt. Dieses zeigt sich z.B. durch Übelkeit oder Herzrasen (Vagusnerv) oder durch starke Verspannungen der Schulter-Nacken-Muskulatur (Hirnnerv versorgt den Kapuzenmuskel) oder durch Schluckbeschwerden („Kloß im Hals“), da der dritte Hirnnerv teilweise die Zunge und den Rachen versorgt.


Der Therapeut versucht nun durch weiche Zug-und Drucktechniken den Durchgang für die Vene und die 3 Hirnnerven wieder größstmöglichst durchgängig zu machen. Man bedenke, daß hier z.B. die eigentliche Ursache durch eine Problematik in derHalswirbelsäule ausgelöst worden sein könnte. Hier ist natürlich zuerst die Halswirbelsäulezu behandeln.


Man sieht, dass sich die 3 Bereiche der Osteopathie ursächlich nicht trennen lassen. Es kann häufig vorkommen, daß die Symptomatik (z.B. Schmerzen) in einem gänzlich anderen Körperbereich und anderen osteopathischen Bereich auftritt, entgegen der ursächlichen Störung. Hier ist die Untersuchung von äußerster Wichtigkeit, die schon mal die komplette Zeit der ersten Behandlung in Anspruch nehmen kann:


„Je gründlicher und umfassender die Untersuchung, desto effektiver und gezielter die Behandlung“.


Abschließend sieht man, dass alle 3 Bereiche der Osteopathie auf die Behandlung von Mobilitätsstörungen zielen und versuchen diese Störung an Mobilität zu beheben. Diesen Grundsatz findet man selbst im täglichen Leben.